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Tiroler Land wie bist du…? ein gemeinsames literarisch musikalisches Projekt zwischen Tirol und Südtirol.Literaten und Musiker aus dem Ötztal, dem Tiroler Oberland und Telfs sind mit von der Partie.Am 4. September 2009 fand im Piccardsaal in Obergurgl/Ötztal im Rahmen des Festivals Alpentöne die Uraufführung des literarisch musikalischen Projektes„Tiroler Land, wie bist du…“ statt.Es ist dies eine Gemeinschaftsproduktion des Vereines Pro Vita Alpina mit den Südtiroler Partnern, der Südtiroler Autorenvereinigung und dem Ost West Club Meran. Insgesamt 2o zum Teil weniger bekannte Episoden aus der Geschichte Tirols wurden von zahlreichen Schreibenden literarisch umgesetzt und von Musikern aus Südtirol und Nordtirol eingeprobt. Der Verein Pro Vita Alpina bemüht sich schon seit Jahren um eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Süd- und Nordtiroler Kulturaktivisten. Dieses Projekt mit über 60 Beteiligten, davon ein Großteil aus dem Ötztal und aus Telfs, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.„TIROLER LAND wie bist du…“eine literarisch musikalische PassionGeschichte in Wort und Ton.Die Deutung von Geschichte: das Neuerzählen der alten Geschichten; die Diskussion zu den Fragen, die aus der Vergangenheit an uns übergegangen sind; die Auseinandersetzungen mit Symbolen und Mythen; die Analyse von Denkmustern; die Neuinterpretation der alten Lieder; die Freilegung verschütteten Materials – all dies gehört zu den wichtigen kulturellen Tätigkeiten und Gedenkjahre sind ein besonders einladender Anlass, dies verstärkt zu versuchen.Zur Idee und zum Projekt.Das Leitmotiv: „Keine Zukunft ohne Herkunft“ liegt dem Projekt „Tiroler Land wie bist du…? zugrunde und begleitet das Vorhaben, neue Positionen in Tirol, Südtirol und dem Trentino (Welschtirol) zu bestimmen und aufzuzeigen. Aus dieser Idee ist eine Art Episodenbuch, ergänzt durch eine Musik-CD entstanden. Hörspielartige Erzählungen aus der Tiroler Geschichte, ergänzt durch Gegenwartsthemen und Zukunftsvisionen, wechseln sich mit Toninterpretationen ab. Notwendig ist, dass diesem „spielerisch zu nennenden“ Umgang mit Geschichte die nötige historische Genauigkeit verliehen wird. Auch darum, sehr bekannte und angeblich wichtige Epochen aus „anderen“ Blickwinkeln zu betrachten oder überhaupt in den Blick zu bekommen. Als grober Leitfaden zur Vorgangsweise beim Projekt „TIROLER LAND wie bist du…?“ diente die im Jahre 1977 entstandene „Proletenpassion“, ein Streifzug durch die Geschichte Österreichs. Diese ist damals unter Mitarbeit von Wissenschaftlern, Literaten, Musikern, Theaterleuten entstanden und wurde von der Musikgruppe „Schmetterlinge“ auf zwei LP´s, ergänzt durch ein informatives Booklet, produziert.Der Wiener Schriftsteller, Literat und Theaterautor Heinz. R. Unger, er zeichnete für das Projekt „Proletenpassion“ verantwortlich, stand uns bei unserem Projekt beratend zur Seite.Zur ZusammenarbeitAus der Hoffnung, dass sich das Projekt „TIROLER LAND wie bist du... ?“ zu einem interessanten Modellprojekt der kulturellen Zusammenarbeit von KünstlerInnen, HistorikerInnen, MusikerInnen über Grenzen entwickeln könnte, wurde Wirklichkeit. Insgesamt jeweils 10 Literatinnen und Literaten aus Nord- und Südtirol erarbeiteten ein interessantes Spektrum aus der Geschichte Tirols, wenn es auch nur möglich war, aus der Vielfalt der historischen Ereignisse nur einen ganz kleinen Querschnitt auszuwählen. Es wurden einzelne Zeiträume und Geschehnisse abseits vom „mainstream“ erforscht und in Form von Texten und Musik in einzelnen Episoden oder Momentaufnahmen dargestellt; witzig, mutig, aber auch lehrreich. Spannend war es, auch weniger bekannte Meilensteine der Tiroler Geschichte zu markieren und aufzuarbeiten. Das Ergebnis, ein zweisprachiges Buch – symbolhaft sowohl in deutscher als auch in italienischer Sprache- mit begleitender CD, stellt eine „unkonventionelle“ Form der Vermittlung von (Zeit-)Geschichte, bezogen auf den geographischen Raum „Europaregion Tirol“ dar. Wir bedanken uns sehr bei den Förderern des Projektes: bei der Kulturabteilung des Amtes der Tiroler Landesregierung und beim Amt der Südtiroler Landesregierung, Abteilung Deutsche Kultur, ohne die die Realisierung des Vorhabens nicht möglich gewesen wäre.Zum KomponistenMarcello Fera, 1966 in Genua geboren. Abschluss des Violinstudiums in seiner Heimatstadt. Er sammelte Erfahrungen im Bereich der Orchester, Theater- und Kammermusik, beschäftigt sich mit der auf Originalinstrumenten wiedergegebenen Barockmusik und studiert und bearbeitet volkstümlich überlieferte musikalische Ausdrucksweisen. Für die Entwicklung seiner Improvisationstechnik ist die Begegnung mit New Phonic Art (Vinko Globokar, Michael Portal, Carlos Alsina, Jean-Pierre Drouet) ausschlaggebend. Anfang der Neunziger Jahre gründet er mehrere Ensembles u.a. Conductus, die sich mit Improvisation, Liedermusik und Klassik befassen. Seit 1996 ist er vorwiegend Komponist und Dirigent. Konzerttätigkeit in Europa, Asien, Süd Amerika und U.S.A.Wichtige Arbeiten: Erstaufführung der Oper Cavalcanti von Ezra Pound am Bozner Stadttheater; Tournee mit seinem Sancte Michael. Veröffentlicht der CD Sacrae Cantiones. Produzent des Schauspiels „Traudl“ - Buch nach Texten von Christian Morgenstern. Assistent von Roberto Tolomelli bei verschiedenen Opernproduktionen in Europa und Asien.Zu den LiteratInnen/SchreibendenWie es auch Heinz Unger beschreibt: „Wenn es etwas gibt, was uns stört, dann ist es die Tatsache, dass wir aus der vielfältigen und interessanten Geschichte Tirols nur ein ganz kleines Spektrum -subjektiv und exemplarisch- für das Projekt auswählen konnten“. Wir mussten uns auf wenige 22 Episoden beschränken. Die Textbeiträge und die Liedtexte stammen von: Gerlinde Haid, Sonja Steger, Astrid Kofler, Waltraud Mittich, Petra Streng, christine O. Ehlinger, Rut Bernardi, Birgit Unterholzner, Ingrid Lechner, Heidi Schleich, Heidi Knapp, Michael Forcher, Peter Oberdörfer, Hans Karl Peterlini, Gerhard Ruiss, Paolo Valente, Thomas Schafferer, Oswald Waldner, Oswald Perktold, Matthias Schönweger, Hans Haid und Gerhard Prantl.Zu den MusikerInnen Genauso, wie sich durch die Vielfalt der beteiligten LiteratInnen und deren textlichen Auseinandersetzungen eine intensive grenzüberschreitende Zusammenarbeit widerspiegelt, konnte auch der Plan, bei der Zusammenstellung der am Projekt beteiligten Musikerinnen und Musikern auf gute Leute aus beiden Landesteilen zurückzugreifen, realisiert werden. Mit dabei sind: die Südtiroler Gruppe Opas Diandl, die Harmonikaspielerin und Harfinistin Ingrid Marginter und die ladinische Sängerin Manuela Demetz, beide ebenfalls aus Südtirol, aus Telfs kommen Agnes Auer mit dem Fagott, der Zitherspieler Michael Gapp, aus dem Ötztal der Ötztalchor mit Rosina Prantl, der erste Klarinettist der Musikkapelle Längenfeld Florian Tauferer – Teilnehmer eines Jugendprojektes der Wiener Philharmoniker und das Projekt TyRoll mit Marlon Prantl.